Malkurs online: Feldweg am Sonnenblumenfeld

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Mein heutiges Motiv zeigt einen sommerlichen Feldweg entlang eines Sonnenblumenfeldes. So soll es aussehen. Wir benutzen eine Leinwand 30x40cm und wie immer Acrylfarben.

Nun möchte ich Euch hier online Schritt für Schritt zeigen, wie Ihr dieses Bild mit Acrylfarben malen könnt. Es ist nicht schwer. Probiert es aus! Über Euer Feedback freue ich mich.

Schaut Euch die Entstehung auch als Video an!

Falls Euch das eine oder andere an Materialien für diesen Malkurs fehlt, dann habe ich Euch auf der Seite “Was Ihr alles für meine Malkurse braucht” nochmals alles zum Bestellen zusammen gestellt.

 

1-erste-skizze-mit-bleistift
Vor dem eigentlichen Malen mit Acrylfarben sollte man das Motiv noch einmal vorsichtig mit Bleistift auf die Leinwand skizzieren.

Zu Beginn des Bildes skizzieren wir wieder grob mit Bleistift die Hauptelemente des Bildes. Dabei nicht zu sehr ins Detail gehen. Wir wollen hiermit nur erreichen, dass wir den Bildaufbau und die Anordnung der Elemente nochmals direkt auf dem Maluntergrund prüfen und später die Proportionen optimal dargestellt sind. Den Bleistift nicht zu kräftig aufdrücken, damit man später beim Himmel, welcher nur wenig Farbschichten erhält keine Bleistiftstriche durch sieht.

 

2-himmel-und-wolken-malen
Wolken malen ganz einfach. Nicht mit Pinsel, sondern gleich mit den Fingern.

Als nächstes mit dem großen Flachpinsel im Bereich des Himmels ordentlich die Leinwand anfeuchten. Das Wasser soll nicht runter laufen, aber sie darf schon glänzen. Anschließend SOFORT mit VIEL Weiß und dem großen Flachpinsel die feuchte Fläche des späteren Himmels grundieren um anschließend mit nur WENIG Blau am gleichen Flachpinsel von der Oberkante des Bildes beginnend in gleichmäßigen, vorwiegend waagerechten Pinselstrichen das Blau in den weißen Untergrund einzuarbeiten. Im unteren Bereich des Himmels kann ruhig etwas Weiß stehen bleiben, oder man arbeitet direkt mit den Fingern zusätzliches Weiß in den Himmel ein.

Es soll ein Sommerhimmel werden. Er sollte daher nur wenige Schönwetterwolken aufweisen, welche wir direkt mit etwas Weiß am Zeigefinger auf die Leinwand bringen und dort verreiben. Wenn die Farbe eine leicht cremige Konsistenz aufweist, lassen sich die Wolken auch optimal mit dem Untergrund des Himmels verreiben um scharfe Kanten zu vermeiden.

 

3-hintergrund-malen
Malt man den Horizont braucht man nicht auf allzu viele Details achten.

Für den nächsten Schritt lässt man den Himmel am besten etwas Zeit zum trocknen. Danach beginnen wir mit der Katzenzunge die Büsche am  Horizont zu tupfen. Hierfür nehmen wir ein Grün und mischen dieses mit etwa der gleichen Menge Umbra gebrannt zu einem dunklen Grünton. Diesen tupfen wir dann entlang der Horizontlinie. Hierbei kommt es nicht unbedingt auf Details an. Wir schaffen uns damit lediglich den Untergrund für die Ausarbeitung der späteren Büsche. Haben wir das erledigt, verstreichen wir die noch feuchte Farbe dieser Büsche unterhalb mit einem Flachpinsel nach unten und schaffen damit die ersten Konturen der Landschaft. Im hinteren Bereich soll ein kleiner Hügel mit geldlichem Getreidefeld sein, weshalb wir auf dieser Seite noch einmal zusätzlich ETWAS Gelb in diese Fläche einarbeiten.

 

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Grundiert man die Leinwand zusätzlich schließen sich die Poren und man erhält eine glattere Oberfläche auch welcher sich die letzte Farbschicht auch besser einarbeiten läßt.

Mit dem restlichen Grün der Büsche grundieren wir nun die Landschaft des Vordergrundes während der Hintergrund nun etwas Zeit hat zu trocknen. Wenn die Farbe nicht reicht, weitere anmischen. Diese kann durchaus auch heller sein. Für den Weg nutzen wir als Grundierung Weiß mit ETWAS Umbra gebrannt.

 

5-hintergrund-vollenden
Der Hintergrund benötigt nicht viele Details. Bei manchen Motiven reicht sogar der Farbauftrag mittels Lasur.

Im nächsten Schritt arbeiten wir die Details der Büsche und Baumgruppen im Hintergrund. Denkt daran, dass sich dieser Bereich recht weit vom Auge des Betrachters entfernt befindet und daher nicht ganz si sehr detailiert dargestellt werden muss. Nehmt dafür nochmals verschieden helle Grüntöne und tupft Euch den Horizont sowie die noch erforderlichen Hecken in der Bildmitte. Wenn diese etwas angetrocknet sind, Grün mit ETWAS Gelb anmischen um einige Highlights in den Büschen zu setzten. Dabei sollten wir darauf achten bereits einige Schatten mit einzuarbeiten. Das restliche Grün streicht Ihr einfach im Vordergrund mit auf die Grünflächen links und rechts des Weges.

 

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Mit der Licht-/Schattengrundierung fällt es später leichter die Lichtpunkte gezielt zu malen.

Nun legen wir mithilfe verschieden heller Grüntöne die Licht- & Schattenbereiche der Bildmitte und des Vordergrundes fest. Auch hierbei sind noch keine Details heraus zu arbeiten. Die Farbe kann einfach mit einem mittelgroßen Flachpinsel oder der Katzenzunge waagerecht aufgetragen werden. Dabei kann die “Kante” zum Weg ruhig etwas ausgefranst gemalt werden.

 

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Zweige malt man mit dem feinen Schlepperpinsel

Nun ein dunkles Graubraun anmischen und mit dem Schlepper den Stamm und Äste eines ersten Baumes in der Bildmitte malen, bevor wir uns mit einem kleinen Rundpinsel dem Sonnenblumenfeld widmen.

 

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Sonnenblumen malen sich einfach mit Acrylfarben.

Mischt Euch dazu aus Gelb und Umbra gebrannt unterschiedliche Gelbtöne an. Tupft diese nun über den gesamten Bereich des Sonnenblumenfeldes, wobei wir mit dem dunkelsten Gelb beginnen und nach uns nach immer weniger, aber hellere Punkte setzen. Füllt auch nicht die gesamte Fläche aus. Lasst noch etwas dunkles Grün übrig. Wenn die gelben Punkte leicht angetrocknet sind mit dem Schlepper und der gleichen Farbe im vordersten Bereich einzelne Blütenblätter um die Punkte setzen und den Bereich dazwischen dann etwas dunkler ausmalen. Nun seht Ihr, dass wir nun tatsächlich “echte” Sonnenblumen gemalt haben. Glückwunsch. 😉 An der Kante des Sonnenblumenfeldes zum Weg noch mit einem mittelgroßen Flachpinsel etwas helles Grün von unten nach oben ziehen, damit der Eindruck von Blumenstengeln entsteht. An den vordersten Blumenstengeln und an einigen Stellen ohne Blüten auf dem Feld dann noch mit dem Schlepper einige Blätter in Grün andeuten.

 

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Nun tupfen wir den Wegrand

Nun tupfen wir den Feldrain zwischen Weg und Sonnenblumen in unterschiedlichen Grüntönen, wobei wir auch hierbei wieder erst dunkel beginnen und dann mit immer weniger Tupfen immer heller werden.

 

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Grün bewachsen und trotzdem ausgefahren soll er aussehen – so malen wir diesen Feldweg mit Acrylfarben

Im Anschluss daran tupfen wir in ähnlicher Art und Weise noch den anderen Wegrand sowie die Mitte des Weges. Im Bereich des Weges verwischen wir dann noch das Grün etwas zu den Fahrspuren hin, so dass der Eindruck eines vom Gras überwucherten Feldweges entsteht. Die Wiese auf der linken Seite tupfen wir dann ebenfalls vorsichtitg durch, damit diese dann aussieht, als ob dort richtige Grasbüschel wachsen.

 

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Jetzt malen wir den großen Baum im Vordergrund

Wir mischen uns nun wieder dunkles Graubraun an, wie wir es zuvor bereits für den einzelnen Baum hergestellt hatte und malen damit Stamm und Äste des großen Baumes im Vordergrund. Für den Stamm und die dicken Äste nehmt Ihr dieses Mal am besten einen kleinen Flachpinsel. Wenn es an die dünneren Zweige geht, würde ich erneut den Schlepper empfehlen. Um die Fläche ein wenig weiter zu füllen, habe ich mich dazu entschieden, rechts und links des großen Baumes noch ein paar dürre Büsche zu malen und habe deren Äste ebenfalls mit dem Schlepper und der gleichen Farbe gemalt.

 

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Das Holz des Geländers soll richtig verwittert und bemost aussehen – daher sollten wir hier mit verschiedenen Farben malen und auch ein paar dicke Risse einzeichnen

Die Wiese auf der linken Seite erscheint ohne weitere Inventar zu leer aus, da die rechte Bildhäfte sehr gefüllt ist. Daher malen wir im vorderen Bereich noch einen alten Bohlenzaun. Für den Untergrund nehmt Ihr nochmals das dunkle Graubraun der Bäume und Büsche und baut darauf weitere Schichten aus EIN WENIG Weiß um die Konturen hervorzuheben und etwas Braun und Gelbgrün um verwittertes Holz vorzutäuschen. Letzten Endes zeichne ich mit der Spitze des Schlepperpinsels und etwas Schwarz noch dicke Risse im Holz ein.

 

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Bäume malen – um die Blätter zu tupfen darf die Acrylfarbe nicht zu sehr verdünnt sein.

Aus Grün und Umbra gebrannt mischen wir nun einen Grünton als Unterlage des Blattwerks von Bäumen und Büschen des Bildes. Tupft diese Farbe mit dem Objekt entsprechend großen Rundpinseln direkt auf die zuvor gemalten Äste der Bäume und Büsche. Tragt die Farbe büschelartig, aber nicht zu feucht auf! Probiert den jeweiligen Pinsel vor dem Gebrauch auf der Leinwand erst mit einigen Tupfen auf Eurer Palette aus. Ergeben sich große nasse Punkte, dann sind Farbe oder Pinsel zu nass. In diesem Falle tupft noch etwas auf der Palette weiter, bevor Ihr damit auf die Leinwand geht. Wenn diese Farbe trocken ist mit der Vorderkante eines kleinen Flachpinsels unterschiedlich dunkle Grüntöne auf die zuvor getupften Blattflächen des großen Baumes tupfen. Achtet darauf, dass dies die Blätter des Baumes werden und es dunkle und vom Sonnenlicht beschienene Bereiche geht. Das Grün für die helleren Bereiche mischt Ihr mit viel Gelb an. Mit dieser Farbe gebt Ihr danach noch dem weiter entfernten Baum und den Büschen im Vordergrund ein paar helle Highlights.

 

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Lange Schatten für den Eindruck eines späten Sommernachmittags malen wir mit einer Lasur aus Acrylfarbe

Mit einem mittleren Flachpinsel tragt Ihr nun vorsichtig eine Lasur aus VIEL Wasser und nur WENIG Schwarz für den Schatten der Bäume auf. Dabei den Pinsel sehr flach halten und völlig ohne Druck arbeiten. Macht dies ebenfalls an der Unterkante des Feldrains zum Weg und lasst diesen Schatten durch leichtes Verreiben etwas nach links hin auslaufen.

 

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Zum Schluss noch einige Details wie kleine Blumen oder Gräser malen und das Bild signieren um Euer Werk abzuschließen.

Nun ist das Bild eigentlich fertig und Ihr könnt euch überlegen hier und da noch einige wenige Details einzuarbeiten. Ich habe mich entschieden einige wenige Blüten und Dolden von Blumen einzuarbeiten. Damit wird das Bild für den genaueren Betrachter interessanter. Zum Abschluss solltet Ihr Euer Signum nicht vergessen. Ich nehme hierfür meist den Schlepper und arbeite mit VIEL Farbe. Man kann das Signum aber auch mit einer Nadel in die Farbe ritzen, was jedoch sehr scharfe, auffällige Konturen erzeugt.

Ich hoffe, Ihr seid mit Eurem Ergebnis zufrieden. Ihr habt Euch redlich Mühe gegeben, wenn Ihr bis hierher gekommen seid. Ich würde mich freuen, wenn Ihr das nächste Bild auch wieder mit malt.

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