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Der Colmberg bei Oschatz im Winter: Kostenloser Malkurs für Acrylfarben

    Ich freue mich, dass Du heute wieder bei mir bist und ich Dir zeigen darf, wie dieses Bild aus Acrylfarben auf Malkarton bei mir entstanden ist.

    Ganz zu Beginn wieder alle Dinge, die Du für diesen Malkurs brauchst. Zuerst einmal die eigentlichen Mal Utensilien:

    • etwa 1-1,5 Stunden Freizeit solltest Du Dir einplanen
    • ein Malkarton in den Abmessungen 18x24cm
    • verschiedene Pinsel (1 großer Flachpinsel – ca. 2,5cm breit, 6er Flachpinsel – ca. 1cm breit, 4er Flachpinsel – ca. 0,5cm breit, 7er Rundpinsel – ca. 8mm breit, 1 Schlepperpinsel)
    • Acrylfarben (Weiß, Schwarz, Umbra gebrannt, Creme, Kadmiumgelb, Gelbgrün)
    • 1 große Nadel
    • 1 Bleistift
    • 1-2 Gläser Wasser
    • einige Blatt Küchenpapier
    • eine Unterlage, z.B. eine alte Zeitung

    Wenn Du vielleicht noch nie, oder schon länger nicht mehr mit Hilfe meiner Malkurse gemalt hast, dann lies Dir vor Beginn des eigentlichen Malens erst einmal die allgemeinen Malregeln durch. Darin möchte ich Dich auf einige grundlegende Dinge hinweisen. Keine Angst, das ist kein ellenlanger Text. Das geht ganz schnell. 😉

    Nun lass uns aber damit beginnen dieses düstere, stimmungsvolle Bild zu malen.

    Du beginnst das malen mit Acrylfarben mit einer Skizze und überträgst diese Proportionen auf Deinen Malgrund,
    Du beginnst das malen mit Acrylfarben mit einer Skizze und überträgst diese Proportionen auf Deinen Malgrund,

    Als ich vor einiger Zeit mit dem Auto unterwegs war, sah ich in etwa dieses Motiv beim vorbei fahren. Mir ging es nicht mehr aus dem Kopf und so habe ich mir mit Fineliner und Papier bewaffnet daran gemacht eine Skizze davon anzufertigen. Das solltest Du auch so machen. Es dauert nicht lang, aber hilft Dir dabei die Proportionen des Bildes besser abzuschätzen. Auf meiner Skizze hatte ich mir dann später noch mit Bleistift weitere Merkmale ergänzt, so z.B. die Gestaltung der weißen Fläche und die Lichtquelle markiert.

    Die groben Formen der Landschaft, also die Umrisse der Berge, Baumreihe, Weg etc. überträgst Du dann in schnellen Bleistiftstrichen auf Deinen Malgrund. Die Linien sollten recht zart bleiben, damit sie später nicht mehr durch Deine Acrylfarbe durchschimmern. Drück also mit dem Bleistift nicht zu stark auf.

    Nach der Grundierung des Himmels in Weiß, etwas Schwarz einarbeiten
    Nach der Grundierung des Himmels in Weiß, etwas Schwarz einarbeiten

    Nach der Skizzierung nimmst Du Dir den 2,5cm Flachpinsel und feuchtest damit den Hintergrund des Himmels an. Nur ganz wenig! Die Fläche darf maximal etwas seidenmatt glänzen. Danach Weiß aufnehmen und wie Du hier auf dem Foto schon siehst die Fläche des Himmels in schnellen Pinselbewegungen gleichmäßig in Weiß füllen. Anschließend eine ganz kleine Ecke Schwarz mit dem Pinsel aufnehmen und nur solch kleine Punkte auftragen. Dann mit der anderen Seite des Pinsels ungleichmäßig verstreichen, so dass eine Wolkenformation entsteht.. Auf der linken Seite des Bildes hatte ich eine hellere Stelle vorgesehen, in welche ich zuerst Creme eingerieben und dann mit weiß punktuell noch etwas aufgehellt hatte.

    Nach dem Himmel mit wässrig angemischter Lasur aus Umbra gebrannt, Schwarz und etwas Weiß den Berg im Hintergrund grundieren.
    Nach dem Himmel mit wässrig angemischter Lasur aus Umbra gebrannt, Schwarz und etwas Weiß den Berg im Hintergrund grundieren.

    Mit dem 6er Flachpinsel trägst Du nun eine Art Lasur als Grundierung für den Berg auf. Diese besteht aus vorwiegend Wasser und den Farben Umbra gebrannt, etwas Schwarz und etwas Weiß. Am besten macht es sich, wenn Du erst die Farben etwas grob aufbringst und dann den Pinsel anfeuchtest um die Farben besser verreiben zu können. Dann trocknet das Ganze auch schneller als wenn Du die Lasur auf Deiner Palette mischst. Außerdem hat es den Vorteil, dass keine ganz homogene Farbe entsteht.

    Die Bergspitze mit kleinem Flachpinsel gestalten.
    Die Bergspitze mit kleinem Flachpinsel gestalten.

    Gib Dir nun Kadmiumgelb mit auf Deine Palette und mische etwas Schwarz unter. Du erhälst ein dunkles Olivgrün. Dieses tupfst Du mit dem kleinen Flachpinsel breit auf den Berg…

    Der Schlepper ist perfekt geeignet für die beiden Türmchen
    Der Schlepper ist perfekt geeignet für die beiden Türmchen

    … um als Nächstes mit dem Schlepper und etwas Schwarz die beiden Türmchen auf der Bergspitze zu malen.

    Nun noch mit Weiß Schnee andeuten
    Nun noch mit Weiß Schnee andeuten

    Nimm nun erneut den kleinen Flachpinsel und tupfe nochmals etwas Weiß in den Berg. Das sollte keinesfalls ganz gleichmäßig erfolgen. Gestalte den schneebedeckten Wald ganz wie Du willst. Du solltest dabei nicht zu viel tupfen, sonst verteilst Du die Acrylfarbe zu sehr und es wird alles nur noch grau aussehen.

    Als nächster Schritt weiteres Ausmalen des unteren Berges
    Als nächster Schritt weiteres Ausmalen des unteren Berges

    Der mittlere Flachpinsel leistet Dir gute Hilfe um den restlichen Berg nun dunkler zu grundieren. Verstreiche die Farbe nun erstmal in an die Bergform angepassten Pinselstrichen. Nutze hierbei das angemischte olivgrün und ergänze hin und wieder mit etwas Umbra gebrannt und ggf. ganz wenig Schwarz.

    Reibe den Pinsel danach trocken auf etwas Küchenpapier aus. Er muss nicht ganz sauber sein, aber er sollte auch nicht mehr zu viel dunkle Farbe zwischen seinen Borsten tragen.

    Die schneebedeckte Lichtung vor dem Berg wird gemalt
    Die schneebedeckte Lichtung vor dem Berg wird gemalt

    Nun mit dem gleiche Pinsel ordentlich Weiß aufnehmen und direkt unterhalb des Berges auftragen. Du wirst sehen, die Reste dunkler Farbe werden die weiße Fläche natürlicher darstellen, als wenn Du einen sauberen Pinsel genutzt hättest. Mache hier nicht zu viele Pinselstriche, da Du die wenigen dunklen Akzente sonst zu sehr vermischst und sie dadurch nicht mehr so auffallen. Wie Du siehst, habe ich den Pinsel hier auch mehrfach von unten schräg nach oben in den Berg gezogen. Dadurch sind so weiße Ecken in dem Dunkel des Berges entstanden, was die Landschaft natürlicher wirken lässt. Du siehst auf diesem Foto auch, dass ich erneut nur die derzeit wichtigen Bereich ausmale und die Bleistiftstriche vom Beginn im Vordergrund och immer sichtbar sind.

    Mit einer Nadel Stämme und Äste ritzen
    Mit einer Nadel Stämme und Äste ritzen

    Mit Einer Nadel, oder einem anderen spitzen Gegenstand, ritzt Du nun in den Berg einige Kratzer als Äste und Baumstämme ein. Mach das nicht zu gleichmäßig, bilde eher einige Grüppchen, dann sieht es natürlicher aus.

    Der Vordergrund erhält seine erste Farbschicht Weiß, teilweise schon etwas in Grau schattiert
    Der Vordergrund erhält seine erste Farbschicht Weiß, teilweise schon etwas in Grau schattiert

    Als nächstes grundierst Du mit dem mittleren Flachpinsel und Weiß den Vordergrund ein erstes Mal. Dabei muss der Pinsel nicht gereinigt sein. In diesem Zusammenhang, kannst Du den hinteren Bereich nun nochmals mit einigen helleren Highlights verfeinern. Den Bereich ganz rechts, wo Du später noch das Gestrüpp malen wirst, solltest Du NICHT weiß grundieren.

    Die Berglandschaft weiter verfeinern
    Die Berglandschaft weiter verfeinern

    Schau mal! Wenn Du mutig genug bist, dann kannst Du mit etwas Weiß und schnellen aber sachten Pinselbewegungen dem Berghang noch einige Konturen geben. Das wirkt natürlicher und belebt Dein Bild.

    Einige Farbtupfer dürfen nicht fehlen
    Einige Farbtupfer dürfen nicht fehlen

    Nun nimmst Du Dir den Rundpinsel und tupft eine dünne Lasur aus Kadmiumgelb, Hellgrün und Umbra gebrannt an einigen WENIGEN Stellen auf den Berghang. Besonders in diesem jahr ist mir aufgefallen, dass einige Büsche bereits austreiben, obwohl es immer mal wieder kalt wurde und sogar Schnee fiel. Das möchte ich hier auch auf meinem Bild sehen. Wenn Du das auch machen möchtest, dann mische die Farben keinesfalls komplett durch, sondern nur ein wenig, so dass bei Deinen Tupfern durchaus auch einzelne Farben Deiner Mischung mehr und andere weniger zu sehen sind.

    Die Baumreihe in der Bildmitte wächst
    Die Baumreihe in der Bildmitte wächst

    Nun brauchst Du Deinen Schlepperpinsel und eine wirklich wässrige Lasur aus Schwarz mit etwas Umbra gebrannt. In schnelle Pinselstrichen, eher nur mit der Pinselspitze, zeichnest Du nun die Stämme der Baumreihe in der Bildmitte ein. Verteile diese nicht zu gleichmäßig, mach hier auch eher einige Gruppen und male stets von unten nach oben.

    Das Gebüsch vorn rechts ist schnell gemalt
    Das Gebüsch vorn rechts ist schnell gemalt

    Hierzu einfach eine Lasur aus den Dir bereits bekannten Zutaten Wasser, Umbra gebrannt und Schwarz anmachen und diese in einem ersten Schritt eher als großen Fleck zur Grundierung der Büsche aufmalen. Das kannst Du mit dem mittelgroßen Flachpinsel machen. Danach mit dem Schlepper die schwarze Lasur der Baumstämme ebenfalls als Stämme und Zweige auf diesen bräunlichen Fleck malen. Lass die Zweige länger als den Untergrund in Dein Bild ragen und ergänze die dunklen Zweige auch z.B. durch ein dickeres Stämmchen und angedeutete Zweige in Grau. Du kannst das ganz wahllos und durcheinander anordnen. Erst dadurch wirkt es ganz wild und natürlich.

    Der Vordergrund wird weiter ausgemalt
    Der Vordergrund wird weiter ausgemalt

    Nun erneut der mittelgroße Flachpinsel. Mit diesem gestaltest Du nun den direkten Vordergrund in weiß und in schattigeren Bereichen dunkelst Du es mit ETWAS Umbra gebrannt und ganz wenig Schwarz ab. Hier darfst Du von beiden wirklich nur GANZ WENIG dazu geben! Solltest Du zu viel genommen haben, dann musst Du es etwas trocknen lassen und dann nochmals Weiß dazu geben.

    Die Bäume in der Bildmitte bekommen eine Baumkrone
    Die Bäume in der Bildmitte bekommen eine Baumkrone

    Nun geht es gleich weiter mit diesem Flachpinsel. Tupft damit nun den Rest der gelb/grünlichen Mischung auf die Spitzen der Stämme in der Bildmitte. Auch hier nur ganz wenig aufbringen und dann etwas Weiß dazu tupfen. Anschließend in kräftigem Tupfen die Fläche regelrecht zerreiben um wie eine Art Nebel zu erzeugen. Auf dem kommenden Bild siehst Du das Ergebnis besser.

    Ein kleines Detail im Vordergrund darf nicht fehlen
    Ein kleines Detail im Vordergrund darf nicht fehlen

    Als nächstes brauchst Du noch ein kleines Highlight im Vordergrund. Ich habe mich für drei dürre Zweige entschieden und male diese mit wässrig schwarzer Lasur und dem Schlepperpinsel. Auch hierbei solltest Du stets am unteren Ende des Astes beginnen und den Pinsel zum oberen Ende hin ziehen. Schmücke die Ästchen noch etwas mit Weiß aus, ebenfalls mit Hilde des Schlepperpinsels.

    Letzte Details benötigen auch noch die Bäume in der Bildmitte
    Letzte Details benötigen auch noch die Bäume in der Bildmitte

    Durch das kräftige Topfen der Baumkronen sind die Stämmchen teilweise wieder verdeckt worden. Du solltest in jedem Falle hier und da noch einige Äste nachzeichnen, bevor Du Dein Bild mit Deiner individuellen Signatur beendest.

    Mit Deiner Signatur wird Dein Bild fertig.
    Mit Deiner Signatur wird Dein Bild fertig.

    Nun da Du Dein Bild fertig gestellt hast. Ich hoffe, Du hattest Freude dabei und bist mit dem Resultat zufrieden. Bedenke hierbei: Jedes Bild sieht anders aus. Jeder hat seinen eigenen Malstil. Und das wichtigste ist doch immer, dass das Malen Dir Spaß gemacht hat.

    Wenn Du noch Fragen haben solltest, dann schreib mir diese in die Kommentare. Und vielleicht zeigst Du mir Dein Bild sogar. Das wäre toll. 🙂

    In der Regel bin ich mit meinen Ergebnissen nie wirklich zufrieden und um so länger man sich das Bild im Nachhinein anschaut um so mehr findet man, was man hätte besser machen können. Aber das ist gut so. Einerseits kannst Du sicher sein, dass Du Dein größter Kritiker bist. Andere werden Dein Bild einfach nur schön finden. Aber vor allem, alle „Fehler“ die Du für Dich findet, werden Dein nächstes Bild noch besser werden lassen. Vertrau mir.

    In diesem Sinne. Ich wünsche Dir eine schöne Zeit.

    LG

    Dein David

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