Malkurs online: Kreideküste vor Gewitterhimmel

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So soll das fertige Bild aussehen: Kreideküste auf der Insel Rügen – Acryl auf Leinwand (30x40cm)

Mein erster Malkurs, den ich hier im Blog veröffentliche zeigt die Kreideküste auf der Insel Rügen. Ich möchte Euch hier online Schritt für Schritt zeigen, wie dieses Bild entsteht. Der helle Kalkstein soll hier im Sonnenlicht vor einer dunklen Gewitterfront leuchten.

Falls Euch das eine oder andere an Materialien für diesen Malkurs fehlt, dann habe ich Euch auf der Seite “Was Ihr alles für meine Malkurse braucht” nochmals alles zum Bestellen zusammen gestellt.

Beginnen wir mit einer ersten Skizze mittels Bleistift direkt auf dem Maluntergrund, in diesem Falle einem Keilrahmen in den Maßen 30x40cm.

Vorskizze-mit-Bleistift
Den Bildaufbau prüft man vorab nochmals mit einer sachten Bleistiftskizze, direkt auf der Leinwand.

Stimmen die Proportionen und die Bildkomposition, beginnen wir mit dem Malen. Dazu eine wichtige Regel beachten!

Immer von hinten nach vorn arbeiten.

Soll heißen, Dinge, die weiter entfernt sind, sich also im Hintergrund befinden, müssen zuerst gemalt werden, da diese später vom Vordergrund teilweise überdeckt werden und sich zu einem späteren Zeitpunkt nur noch schwierig ins Bild “zaubern” lassen würden. Zu diesem Hintergrund gehört in erster Linie der Himmel. Und mit diesem beginnen wir nun auch. Da hierbei nass in nass gearbeitet wird, müssen diese Schritte sehr schnell erfolgen.

 

Himmel malen

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Nachdem die Leinwand im Bereich des Himmels mit einem großen Flachpinsel (3-4 cm Breite) ordentlich angefeuchtet wurde, wird diese mit reichlich Weiß grundiert. In das noch feuchte Weiß nun mit ganz wenig Blau beginnen und dieses mit dem gleichen Pinsel gut verstreichen. Dazu braucht nur die Fläche bearbeitet werden, welche später auch blau aussehen soll. Der Himmel soll wolkenverhangen aussehen und nur etwas Platz für Sonnenlicht bieten. Den Bereich, wo das Sonnenlicht durchscheinen kann haben wir mit dem azurblauen Himmelsstück nun geschafft.

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Für die dunkleren Bereiche des Himmels nun SEHR wenig Schwarz mit einem großen Flachpinsel verstreichen . Dabei sollen die Flächen nicht einheitlich grau werden, sondern können unterschiedlich helle und dunkle Bereiche behalten. Wolken sind auch nicht gleichmäßig grau. Zumindest wollen wir diese nicht malen 😉

Der obere Wolkenbereich ist nun fast fertig und kann leicht antrocknen, während wir uns nun dem unteren Bereich widmen. Hier tragen wir Weiß und ein leicht rosafarbenes Weiß dick auf. Dazwischen ein WENIG Schwarz.

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Von nun an arbeiten wir die Farbe mit dem Finger auf die Leinwand ein. Wartet noch ein wenig bis die Farbe etwas angetrocknet ist. Man merkt diesen Zeitpunkt, wenn sich die Farbe unter dem Finger nicht mehr flüssig, sondern leicht cremig anfühlt. Von nun an die verschiedenen Farben mit leichtem Druck ineinander verreiben bis die Wolken gefallen. Sollte es nicht gleich klappen, nochmals etwas neue Farbe auftragen und den Vorgang erneut wiederholen.

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Unterhalb der dicken Wolken habe ich die graue Farbe erneut mit dem dicken Flachpinsel leicht diagonal nach unten gestrichen und mit einem kleinen Flachpinsel eine etwas dunklere “Kante” als Abgrenzung zum Regen eingearbeitet. Dadurch hat der Betrachter bereits jetzt den Eindruck, dass es aus den Wolken regnet. Zum Abschluss des Himmels mit rosa Weiß noch ein paar Akzente setzen. Dann ist der Himmel erstmal fertig.

 

Meereswellen malen

Während der Himmel nun Zeit zum trocknen machen wir mit dem Teil des Meeres weiter. Dazu sollten wir in etwas die gleichen Farben nutzen, wie wir sie bisher eingesetzt haben. So gewährleisten wir, dass sich alles harmonisch ineinander fügt. Außerdem ist sicher noch Farbe übrig und so können wir diese gleich weiter nutzen.

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Wir arbeiten erneut mit dem großen Flachpinsel und nehmen GANZ WENIG Schwarz auf, um dieses im vorderen Bereich des Bildes seitlich zu verstreichen. Am Horizont sollte es heller werden, da dort die Sonne “durchdrückt” und wir dadurch gleichzeitig einen kleinen Kontrast zum Regen erzeugen können. Nach vorn hin ETWAS Grün und Blau (vom Himmel) einarbeiten. Auch hier gilt wieder: Es muss keine homogene Farbfläche werden! Das Meer kann ruhig etwas scheckig aussehen. Das erzeugt dann erst recht den Eindruck von stürmischer See, welche für das zu malende Wetter typisch ist.

 

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Mit dem kleinen Flachpinsel können mit reinem Weiß erste Schaumkronen auf das Wasser gesetzt werden. Sieht doch schon aus wie Wasser, stimmts?

 

Uferbereiche mit Felsen malen

Den Uferbereich malen wir nun erst einmal in leicht gemischten Grün- und Brauntönen vor. Damit haben wir die Möglichkeit die Wirkung der Küstenlinie bereits vor Fertigstellung zu erahnen. Sieht es zu flach aus, haben wir nun noch einfach die Möglichkeit Änderungen vorzunehmen.ufer-1

Im Bereich der geplanten Bäume mischen wir das Grün etwas dunkler an um den späteren Bäumen einen ordentlichen Hintergrund zu geben. Hierbei nicht zu hoch arbeiten, da sich die oberen Teile der Bäume vor dem Himmel befinden und dieser dahinter noch sichtbar sein sollte.

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Streicht die Farbe mit der Katzenzunge (dicker Flachpinsel mit runder Vorderkante) ordentlich satt auf die Leinwand. Es können ruhig Streifen sichtbar sein und die Farben müssen hierbei nicht unbedingt gemischt sein. Im Vordergrund dieses Bildes seht Ihr was ich damit bezwecke. Die beiden braunen und grünen Farbbereiche lassen schon jetzt die Geländeform sichtbar werden. Hiermit können wir Hügel und Dellen modellieren, die es uns bei der späteren Überarbeitung erleichtern werden eine natürlich anmutende Geländeform zu formen.

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Macht Euch nun an die Felsformation. Diese ist nicht ganz einfach, aber Ihr könnt eigentlich nicht viel falsch machen, da Ihr alle Zeit der Welt habt, diese zu gestalten. Versucht die Felsvorsprünge und Nischen mit unterschiedlichen Weiß- bis Schwarztönen zu erzeugen. Dieser Felsen ist allerdings das Highlight unseres Bildes und sollte daher auch relativ hell gestaltet werden. Er wird vom Sonnenlicht, welches zwischen den Wolken hindurchscheint, hell erstrahlt. Daher sollten wir die vordere, dem Meer zugewandte Seite auch möglichst hell gestalten. Vor dem dunklen Hintergrund strahlt unser Felsen damit noch heller. Auch der oberseitige Bewuchs wird hell dargestellt. Mischt dazu etwas mehr Gelb ins Grün.

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Im unteren Bereich des Felsens machen wir uns nun mit einem kleinen Flachpinsel an die Brandung. Streicht dazu mit ein wenig Weiß stets mit leichtem Druck vom Ufer zum Wasser hin. Zieht das Weiß sozusagen auf die Wasserfläche hinaus. Einige größere Wellen malen wir durch leichte Drehbewegungen des Pinsels.

 

Bäume, Büsche und Gräser malen

Um das Bild mehr zu füllen benötigen wir noch etwas Bewuchs. Wir hatten vorhin bereits den dunkelgrünen Hintergrund dafür geschaffen, welcher mittlerweile getrocknet sein sollte.

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Mit dem Schlepper (extrem feiner Pinsel) nehmen wir nun reichlich Schwarz und Braun auf. Die Farben müssen nicht unbedingt gemischt sein. Das ergibt dann eine ungleichmäßig gefärbte Stamm- und Aststruktur. Nehmt zusätzlich etwas Weiß mit auf und gestaltet die zum Licht zeigenden Bereiche etwas heller. Das gibt dann auch einen schönen Kontrast vor dem Dunkelgrün und die Stämme und Äste sind besser sichtbar.

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Mischt Euch nun aus Grün und Braun (etwa 50/50) einen dunklen Grünton. Mit einem lockeren, kleinen Rundpinsel nehmt Ihr die Farbe auf und prüft vorher durch Tupfen auf der Palette, dass nicht zu viel wässrige Farbe zwischen den Borsten ist. Tupft notfalls noch etwas weiter, bevor Ihr damit auf dem Bild weiter tupft. Wenn zu viel wässrige Farbe am Pinsel ist ergibt das auf der Leinwand keine Blätter, sondern große grüne Flecken, die kein Baum hat. Nehmt nach und Nach wieder dieses Grün auf und tupft bis alle Bäume fertig sind. Lasst dabei ruhig ein paar Zweige aus. Ein paar kahle Äste sehen in dieser Kulisse besonder gut aus. Nachdem das Grün leicht angetrocknet ist setzt Ihr mit etwas Gelb (oder Weiß) in dem bereits genutzten Grün noch leichte Highlights auf den Bäumen. Aber nur an wenigen, vom Licht beschienenen Stellen und nicht zu viel davon!

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Nun arbeiten wir uns ähnlich des Baumgrüns auf dem Boden weiter nach vorne. Wollen wir ein paar Gräser an der Küstenlinie, so nehmen wir einen kleinen Flachpinsel mit etwas (nicht zu dünnflüssiger Farbe) und streichen VORSICHTIG und mit FAST KEINEM DRUCK vom Grün der Küste in den Bereich des Wassers.

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Um auch im Vordergrund noch ein kleines Highlight zu setzen habe ich mich entschieden hier noch einen kleinen Felsen zwischen dem Strauchwerk einzusetzen. Im gesamten Bereich des Vordergrundes sollten wir jedoch relativ dunkel bleiben, um dem hell erleuchteten Felsen nicht die Show zu stehlen. Genauso handhaben wir dies auch beim Felsen im Vordergrund. Gestaltet diesen relativ dunkel. er soll sich dem Betrachter erst auf den zweiten Blick zeigen.

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Gestaltet den Bewuchs anschließend wieder durch tupfen, ähnlich wie bei den Bäumen und setzt zu Schluss mit etwas mehr Gelb noch ein paar optische Highlights um die Fläche nicht zu langweilig aussehen zu lassen. Wollt Ihr noch etwas Gestrüpp ganz vorn, so nehmt beispielsweise einen Zahnstocher und kratzt damit einige Zweige in die noch feuchte Farbe. Anschließend tupft noch einmal kurz über einige Stellen dieser “Kratzer” drüber, damit diese wir wirkliche Zweige aussehen.

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Ihr habt es geschafft. Das Bild wartet nun nur noch auf Vollendung durch Euer Signet, welches Ihr mit dem Schlepper und VIEL Farbe auftragt.

 

Herzlichen Glückwunsch! Ich finde, Ihr habt toll mitgemacht und das Ergebnis kann sich sehen lassen. Wenn die Farben nach einem Tag komplett durchgetrocknet sind, empfehle ich Euch, Euer Bild mit wasserlöslichem Klarlack und einer Lackrolle zu versiegeln. Damit erstrahlen die Farben noch intensiver und das Bild wird gegen Verschmutzung geschützt.

 

Ich würde mich freuen, Euch bei meinem nächsten Malkurs wieder auf meiner Website begrüßen zu dürfen.

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