Malkurs online: Windflüchter im Gebirge

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Angelehnt an Caspar David Friedrichs Bilder entsteht in diesem Malkurs eine Gebirgsszene mit vom Wind gepeitschten Bäumen und stimmungsvollem Licht.

 

Um dem Bild mehr Wirkung zu geben habe ich mich diesmal für eine etwas größere Leinwand entschieden. Das Zeitvolumen beträgt in etwa drei Stunden, wenn man hinter einander weg arbeitet. Ich würde das Motiv und die Ausführung eher für etwas “fortgeschrittenere Malschüler” einstufen. Daher möchte ich empfehlen, diesen Kurs nicht als Ausgang für Euer erstes Bild heranzuziehen um Enttäuschungen zu vermeiden.

Im Folgenden zeige ich Euch Schritt für Schritt in Bildern mit Erklärungstexten, wie einfach Ihr dieses Bild selbst nachmalen könnt. Folgt dazu einfach meinem online Malkurs. Lest ihn Euch durch und fangt dann einfach an. Zum Lesen habt Ihr während des Malens keine Zeit, aber es empfiehlt sich evtl. die Bilder der Zwischenschritte parat zu haben.

Aber lasst uns nun mit dem Bild beginnen. Ihr benötigt eine Leinwand in den Abmessungen 50x70cm (oder auch kleiner). Dazu benötigt Ihr verschieden große Flachpinsel (5mm und 4cm), die Katzenzunge, den Schlepper einen kleinen Rundpinsel (5mm) sowie einen kleinen Malspachtel.

Falls Euch das eine oder andere an Materialien für diesen Malkurs fehlt, dann habe ich Euch auf der Seite “Was Ihr alles für meine Malkurse braucht” nochmals alles zum Bestellen zusammen gestellt.

Hier findet Ihr das Video-Tutorial zu diesem Malkurs in Kurzform.

 

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Zur Ideenfindung habe ich mir eine Bleistiftskizze auf A4-Papier überlegt.

In so mancher Mußestunde setze ich mich mit einem Bleistift und einem Blatt Papier hin und überlege mit so manches Motiv für künftige Bilder. Da nicht alles gleich gemalt werden will, habe ich mir dafür einen Ideenordner angelegt und hefte die Blätter darin erst einmal ab, bis deren Zeit gekommen ist.

 

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Übertragung der Skizze mit Bleistift auf die Leinwand

Um die Leinwand im Vorfeld des Malens mit Acrylfarbe vorzubereiten skizziere ich mich meist ein grobes Motiv mit Bleistift darauf, welches ich dann später Stück für Stück wieder übermale. Es hilft mir jedoch die Proportionen der Bildelemente besser einzuschätzen.

 

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Himmel mit einem ersten Farbauftrag vorbereiten

 

Wir beginnen wie bei jedem meiner Kurse erneut mit dem am weitesten entfernten Bildelement, in diesem Falle dem Himmel.

Feuchtet die Himmelsfläche mit dem großen Flachpinsel an um anschließend VIEL Weiß drauf zu verteilen. Anschließend in das noch feuchte Weiß abwechselnd ETWAS Schwarz und ETWAS Ocker mit dem gleichen Pinsel einarbeiten. Dazu die Farben mit Druck und der schmalen Pinselseite waagerecht auf die Leinwand reiben. Anschließend abwechselnd in senkrechten und waagerechten Pinselbewegungen und äußerst wenig Druck die Farbe optimal verteilen. Dazu nun die breite Pinselseite nutzen. Es kann ruhig etwas scheckig aussehen, aber es dürfen keine Pinselstriche (wie auf dem Bild) mehr zu sehen sein. Ihr merkt nach kurzer Zeit, dass die Farbe langsam zu trocknen beginnt und damit verschwinden bei “richtigem Pinselschwung” auch die Streifen.

 

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Wolken malen, besser gesagt tupfen und schmieren 🙂

Nehmt nun die Katzenzunge und tupft mit angefeuchteten Borsten in die dunkleren Himmelsbereiche hinein. Ihr werdet sehen, dass das Weiß von darunter plötzlich an die Oberfläche tritt und die ersten Wolken bildet. Vom dunkleren Himmelsteil tupft Ihr nun weiter links in die helleren Bereiche und transportiert damit etwas dunklere Farbe in diesen Bereich hinein, so dass dunkle Wolken entstehen. Dies macht Ihr nun an allen Stellen, die Ihr für die Wolken vorgesehen habt. Wenn Euch manche Übergänge nicht so gut gefallen, dann verreibt diese einfach mit dem Zeigefinger.

Ebenfalls mit dem Zeigefinger schmiert Ihr nun vereinzelt noch etwas Ocker hinein und verreibt es ordentlich. Zum Schluss noch ETWAS Weiß an die Fingerspitze nehmen und die hell beschienenen Bereiche der Wolken andeuten. Damit habt Ihr den Himmel auch schon fertig.

 

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Hintere Berge malen

Für dieses Bild nutze ich den großen Flachpinsel sehr oft und für viele Arbeitsschritte. So auch für die Berge im Hintergrund.

Zuerst habe ich in den Farben des Himmels eine Lasur angefertigt und mit diesen in flachen Wellen die ganz hinten befindlichen Berge angedeutet. Danach beginne ich mit viel Weiß am Pinsel den Großen Berg im Hintergrund zu malen. Geht dabei so wie auf dem Bild oben ersichtlich vor und verteilt das Weiß an den Hängen abwärts …

 

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Der große Berg entsteht nun

… um nach und nach weitere Farben einzuarbeiten. In diesem Falle empfehle ich wiederum Ocker, etwas Laubgrün und immer wieder Weiß um die Berghänge, vor allem die linke Seite, richtig leuchtend hell zu gestalten. Dabei bewege ich den Pinsel vorwiegend mit der schmalen Seite über die Leinwand. Die sichtbaren Pinselstriche auf der Leinwand lassen das Gelänge entstehen und sollten nicht komplett verstrichen werden.

 

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Felsen mit dem Malspachtel erstellen.

Bevor ich den Felsen mit dem Malspachtel modelliere habe ich noch mit der schmalen Seite des großen Flachpinsels in die fertige Gebirgslandschaft einen Weg hineingemalt. Dazu einfach den Pinsel anfeuchten und über die noch feuchte Farbe reiben, so dass diese wieder abgewaschen wird. Bei Bedarf noch etwas Weiß zusätzlich hineinarbeiten.

Für den Felsen auf der rechten Seite habe ich die Fläche erst einmal dunkel grundiert um danach mit dem Malspachtel darauf zu gehen. Beginnt mit den dunklen Farben zuerst und arbeitet Euch immer heller nach oben. Ich habe hierfür Schwarz, Umbra gebrannt, Creme und Weiß genutzt. Zwischendurch habe ich mit Ocker und Laubgrün einige kleinere Akzente gesetzt. Nehmt mit der langen Kante des Malspachtels vorsichtig vorsichtig etwas Farbe von der Palette auf und streicht diese flach auf die Leinwand. Wenn Ihr die Neigung und den Druck des Spachtels verändert, so ergeben sich auch andere Abdrücke und Oberflächen auf der Leinwand. Probiert es einfach aus. Wenn Ihr nicht damit zufrieden seid, dann könnt Ihr die Farbe an dieser Stelle notfalls nochmals komplett mit dem Spachtel herunter kratzen und von vorn beginnen. Es kann also eigentlich nichts schief gehen. Wenn Ihr mit dem Resultat zufrieden seid, dann geht es weiter mit dem nächsten Schritt.

 

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Den großen Felsen im Vordergrund (vor-)malen

Schaut Euch den Felsen auf diesem Bild mal genau an. Ihr seht, dass ich bereits hier eine erste Grobstruktur erstelle, indem ich den Pinsel in drehenden Bewegungen erste Felsbrocken malen lasse.

Mischt Euch dazu eine dicke Lasur (also nicht zu wässrig, da die Farbe noch decken soll) aus Schwarz, Umbra begrannt und etwas Ocker an. Malt erst grob die Form des Felsens und dann mit dem großen Flachpinsel in Drehbewegungen die ersten Felsbrocken.

 

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Felsen akzentuieren

Mit Weiß und der Katzenzunge setzt Ihr nun leichte Akzente in die Felsen, wobei oberhalb eine helle Kante stehen bleiben sollte und das Weiß nach unten hin in die Farbe der Felsen eingerieben werden muss. Macht dies nicht zu intensiv und auch nicht an zu vielen Stellen!

 

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Bäume mit schwarzer Lasur aus Acrylfarbe malen

Für die Bäume mischt Ihr Euch erneut eine dunkle Lasur an. Dazu nehmt Ihr vorwiegend Schwarz, könnt aber auch etwas Umbra gebrannt hineingeben. Macht die Lasur nicht zu wässrig, da auch etwas Farbe auf die Leinwand drauf soll.

Mit einem kleinen 5mm Flachpinsel male ich nun die Bäume. Dabei kann man je nach Bedarf entweder mit der schmalen oder breiten Pinselseite malen. Für die kleineren Zweige empfehle ich dann jedoch auf den Schlepper umzusteigen.

 

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Bäume mit beleuchteten Stellen interessanter malen

Die Bäume sollen im hellen Licht stehen, weshalb wir an den Kontrasten weiter arbeiten müssen. Dazu könnt Ihr einige Bereiche von Stämmen und Astwerk mit etwas zusätzlichem Schwarz abdunkeln und wie auf dem Bild ersichtlich einige Bereiche mit Weiß aufhellen. Auch hierzu nutze ich den kleinen Flachpinsel erneut.

 

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Nadeln der Bäume auftupfen

Aus einer Mischung von Gelb und Schwarz mische ich mir nun etwas Dunkelgrün an. Um die kleinen Nadelbüschel der Kiefern zu tupfen benötigen wir nun einen kleinen Rundpinsel, der unbedingt trockene Borsten haben muss. Diesen Pinsel mit den Borstenspitzen leicht in die Farbe tupfen und auf dem Teller nochmals etwas abtupfen, bevor wir damit senkrecht auf die Leinwand gehen. Um einige Highlights auf die Nadeln zu bringen widerholen wir diesen Vorgang nur mit Gelb nochmals an einigen wenigen Stellen der Bäume. Nicht übertreiben, sonst wirkt es nicht mehr!

 

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Zweige der Büsche und weitere Details im Vordergrund malen

Aus der gleichen Lasur und wechselnd Schlepper oder kleines Flachpinsel malen wir nun noch einiges Gestrüpp in den Vordergrund um das Bild mehr zu füllen. Außerdem mit dem Schlepper einige Grasbüschel auf den Felsen verteilen.

 

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Blätter an den Büschen malen

Für die Blätter nutze ich einen kleinen Spitzpinsel, mit welchem ich zuerst die dunkleren Blätter aus der gleichen Farbe von den Nadelbäumen (Schwarz/Gelb) auftupfe. Anschließend tupfe ich noch etwas Laubgrün hinzu und zum Schluss vereinzelt etwas Gelb für die Highlights.

 

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Euer Acrylbild zu Ende malen

Ihr habt es geschafft und Ihr könnt stolz sein, es bis hier her geschafft zu haben. Ich danke Euch für euer Interesse und wenn Euch mein Kurs gefallen hat, so empfehlt mich gern weiter. 🙂

Sollte es wider Erwarten noch Fragen oder Unklarheiten im Malablauf geben, so gebt mir bitte Bescheid. Ich werde versuchen, diese Passagen dementsprechend anzupassen.

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